Warum es so viele Begriffe rund um die Simulation gibt

Ein Team trainiert eine Versorgung. Eine Person übernimmt die Leitung, eine andere beobachtet, eine dritte spielt die Patientin. Alles ist vorbereitet und trotzdem hakt es. Gut so. Denn genau hier beginnt Lernen. Nicht im echten Ernstfall, sondern in der Simulation. Aber was heißt Simulation? Und welche Begriffe sind relevant?

Simulationen werden heute in allen Gesundheitsprofessionen genutzt: in der Pflege, Medizin, im Rettungsdienst, den Therapieberufen, im Hebammenwesen, in der Psychologie und Psychotherapie. Gleichzeitig stellen sich viele dieselbe Frage: Warum existieren so viele Begriffe im Simulationslernen und welche davon sind tatsächlich relevant?

Der Begriff Simulation kurz erklärt

Simulation bedeutet, für den Berufsalltag bedeutsame Situationen in einer realitätsnahen Umgebung zu üben, ohne echtes Risiko für lebende Patient:innen.
Dabei sollen Lernende selbst entscheiden, kommunizieren und auch Fehler machen.

Zunächst erleben die Lernenden die simulierte Situation. Anschließend folgt das Gespräch über das Erlebte.
In der Reflexion wird klar, warum etwas gut lief oder eben auch nicht. Ohne dieses Nachdenken bleibt es nur eine Übung. Erst die strukturierte Reflexion danach macht aus dem Erleben Lernen.

Skills-Training oder Simulation? Ein Beispiel

Eine Lernende übt im Skills-Training, Blut abzunehmen. Einzelne praktische Fertigkeiten nennt man auch Skill.
Sie wiederholt den Ablauf, bis jeder Handgriff sitzt. Das gibt Sicherheit.

In der Simulation sieht es dann anders aus:
Die Patientin ist dement, unruhig und verweigert die Mitarbeit bei der Blutabnahme. Zeitdruck entsteht, die Lernende wird nervös.

Plötzlich geht es nicht mehr nur um die Technik des Blutabnehmens, sondern es geht darum:

  • Wie spreche ich die Patientin an?
  • Darf jemand eine Blutentnahme verweigern, auch wenn sie notwendig ist?
  • Wie gehe ich mit meiner eigenen Unsicherheit um?

Im anschließenden Gespräch wird klar:
Es ging nicht um die Technik der Blutentnahme selbst, sondern um die Umstände, unter denen sie durchgeführt werden sollte. Gemeinsam kann nun geschaut werden, wie mit ähnlichen Herausforderungen zukünftig umgegangen werden kann.

Wer begleitet Simulationen?

Simulationstrainer:in / Sim-Trainer:in / Instruktor:in

Egal wie Lehrpersonen im Simulationslernen genannt werden, sie planen Skillstrainings und Simulationen, unter Berücksichtigung der Bedarfe der Lernenden, führen diese durch und leiten die Nachbesprechung.
Entscheidend sind die Fähigkeiten, Lernprozesse strukturiert zu begleiten und einen sicheren Rahmen zu schaffen, um die Lernziele zu erreichen. Wichtig ist die stetige Professionalisierung im Bereich des simulationsbasierten Lehrens und Lernens.

CRM-Instruktor:in

CRM fokussiert auf Kommunikation, Teamarbeit und Entscheidungsfindung, besonders in Notfallsettings. Dies ist allerdings nur ein sehr spezieller Teil des simulationsbasierten Lehrens und Lernens.

Fazit

Es gibt viele Begriffe im Simulationslernen und oftmals besteht keine einheitliche Verwendung.

Aber egal wie Aus-, Fort- oder Weiterbildungen im Bereich Simulationslernen genannt werden – am wichtigsten ist, ob die Inhalte und Erfahrung der Lehrenden zu eurer Praxis passen.

Im Gesundheitswesen arbeitet niemand allein. Entscheidungen wirken sich auf andere aus, im Team und für Menschen.

Simulation hilft, Menschen gut vorzubereiten, bevor es ernst wird.

Lust auf noch mehr Begriffe im Simulationslernen?

Kennt ihr schon den Unterschied zwischen Rollenspiel und Simulation? Wenn ihr neugierig seid, schaut gern in unser Video dazu. Den Link gibt es hier.

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